Fasernesselprojekt 2011/2012

 

Fasernesselprojekt 2011

Für die Fasernessel-Leute war 2011 ein aufregendes Jahr: die erste richtige Ernte stand an – und was für eine Ernte! 2 von 3 Fasernesselsorten entwickelten über zwei Meter hohe Stängel, die dritte Sorte blieb niedriger, buschiger und zarter, kommt also für die Weitervermehrung als Faserpflanze nicht wirklich in Frage.

Toni Albrecher in der landwirtschaftlichen Fachschule kümmerte sich – während des Schuljahres mit Schülern innerhalb des landwirtschaftlichen Unterrichts – um Pflege, Schnitt und Trocknung der Pflanzen. Anfang November startete in der Schule (mit Schülern und interessierten Gästen) der erste Versuch der Fasergewinnung: die Stängel wurden auf einem Rost über Glut krachdürr getrocknet und dann durch Flachsbrecheln durchgezogen. Wir konnten auf diese Art eine ganze Menge schöne lange Rohfasern freilegen. Die anfallenden Schäben wurden zum Teil aufgefangen und im Frühling in der Gärtnerei Höller dem Düngebokashi zugesetzt. Die nicht gebrechelten Fasernesselbündel fanden im Lager der Lebenswerkstätten ein notdürftiges Winterquartier im Trockenen.

Die nächsten erfreulichen Verarbeitungsschritte erfolgten dann im Frühling 2012, ebenso laufen die Überlegungen, in welcher Weise man Lndwirte für die Fasernessel interessieren kann und wie man regionale Verarbeitungsstrukturen entwickeln kann. Die Vorgaben sind: Mehrfachnutzung (Faser für Textilien, als Dämmmaterial und Grundlage für Verbundstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen; Schäben bzw. gehäckselte Pflanzen als fermentiertes Mulchmaterial und Bodenfutter in der Landwirtschaft; junge Blätter in der Gastronomie -frisch und als getrocknetes Pulver-, für Teemischungen, Haarpflege und grüne Smoothies;…), Regionalität und Kleinteiligkeit (keine großen Felder mit Monokulturen).


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