Ursulas Briefkasten

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Die schwarze Johannisbeere(Ribes nigrum)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  
 
 
 
 
 
 
 
 
Über die WEIDE
 
Hast Du schon einmal ein Weidenhaus gebaut oder einfach einen Weidenzweig in die feuchte Erde gesteckt? Dann hast Du einen Eindruck bekommen von der höchst erstaunlichen Lebenskraft, die in diesem Baum steckt.
Die Weide hat eine starke Beziehung zum Wasser, sie säumt Bäche und Flüsse und bevölkert die wenigen noch vorhandenen Augebiete. Wie Birke und Erle gehört sie zu den Pionierbäumen, die nach den Eiszeiten die wieder aufgetauchte Erde besiedelten. Die Weide kann Überflutungen besonders lange gut überleben, sie wurzelt flach und kann sogar wenn nötig weiter oben am Stamm Seitenwurzeln wachsen lassen.
Somit ist sie auch in diesem Punkt sehr flexibel, das bedeutet biegsam. Ihr ganzer Lebensausdruck ist einerseits biegsam und andererseits befestigend. Sie wächst sehr schnell und wurzelt sehr stark.
Damit befestigt sie die lockeren, immer wieder an- und abgeschwemmten Uferböschungen, so daß andere Pflanzen diese Lebensräume auch besiedeln können.
 
Aus den Weidenzweigen können wir Körbe und Zäune flechten, in der Jungsteinzeit entstanden daraus ganze Hauswände und Einfriedungen für Tiere und Pflanzen. Ein Hort der Geborgenheit. Aus dem Wort Hort/Hortus entstand unser heutiger Begriff Garten.
 
Wir sehen also, die Weide hat ganz starken Bezug zum Wasserelement.
Nachdem wir Menschen (ebenso wie die Erde übrigens) zu ca. 70% aus Wasser bestehen, gilt das auch für uns.
Das Wasserelement kann in zwei Richtungen aus der Balance kommen.
Wenn es überbetont ist, dann neigen wir dazu, viel Wasser im Gewebe einzulagern (Überschwemmung), zu zerfließen. Ist zu wenig Wasser im Körper, dann kann eben nichts mehr fließen, wir sind nicht "im Fluß" sondern erstarren zunehmend, die Gelenke werden steif und unbeweglich. Dann erzeugt der Organismus Entzündungen und Schwellungen, um das Problem zu beheben.
Der Begriff Rheuma kommt von "fließen", der Schmerz kann auch überall hin fließen, wenn zu wenig Flüssigkeit für den Abtransport von Stoffwechselmüll vorhanden ist.
Auf diese Art und Weise erzählt uns die Weide, wie sie uns im Wasserelement ausbalancieren kann.
 
In der Weidenrinde wurden als erstes entzündungslindernde Salicylsäureverbindungen gefunden und Aspirin daraus entwickelt. Der Haken ist nur, dass eine isolierte, veränderte Wirksubstanz, auch wenn sie ursprünglich pflanzlich und organisch war, nicht mehr dieselben Eigenschaften hat. Sie wird zum körperfremden Arzneimittel mit unerwünschten Nebenwirkungen.
 
Weidenrindentee, Auszug oder Knospenmazerat sind Zubereitungen aus der natürlichen Pflanze/Baum und sind z.B. nicht blutverdünnend.
Die Blütenessenz der Weidenblüte harmonisiert die seelische Biegsamkeit.
 
 
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MIKROBEN UND DAS LEBEN AUF DER ERDE

die Zusammenhänge zwischen chronischem Distress, der Beschaffenheit der physiologischen Mikroorganismen-Gesellschaft im Verdauungstrakt und der Vitalität und Regenerationsfähigkeit eines Organismus

Erzählt von Mag. pharm. Ursula Gerhold

Bevor ich einfach erzähle, wie sich das Verständnis für diese Zusammenhänge mir persönlich im Lauf der Zeit eröffnet hat, einige Gedanken zur allgemeinen Rolle der Mikroben auf der Erde:

 

1)      Sie sind für menschliche Augen nicht sichtbar, deshalb ist den wenigsten Menschen bewusst, dass es auf der Erde keine einzige Oberfläche, bzw. Grenzfläche zwischen Lebensräumen gibt, die nicht von Mikroorganismen besiedelt ist.

2)      Alle komplexeren Lebensformen bauen auf Mikroorganismen auf, wären ohne sie nicht entstanden und auch nicht lebensfähig. Mikroben sind die grundlegenden Stoffwechsel- und damit Lebensvermittler auf der Erde.

3)      Befindet sich die Mikrobengesellschaft in einem ausgewogenen dynamischen Gleichgewicht von abbauenden, aufbauenden und fakultativen Kräften, bildet sie eine faszinierend flexible und regenerationsfähige Matrix des Lebens, quasi die Hängematte, die große Erschütterungen mildert. Die Wiege, die das Leben schaukelt. Die Regenerationsfähigkeit und Vitalität jeder einzelnen Zelle des menschlichen Körpers und damit des gesamten Organismus ist untrennbar mit diesem Feld verwoben.

4)      Durch die bruchstückhaften analytischen Erkenntnisse der Naturwissenschaft im 19. und 20. Jahrhundert wurden zwar die Mikroben als einflussreiche Lebensform entdeckt, aber die Gesamtheit ihrer Lebensfunktionen, sozusagen der Gesamtorganismus Mikrobe als größtes und ältestes Lebewesen der Erde gründlich missverstanden. Im Wesentlichen geschah das durch einseitiges und oberflächliches, aus dem Zusammenhang gerissenes Bewerten im Sinn von scheinbar schädlich oder nützlich für menschliche Zwecke. Die Prämisse vom Leben als Kampf wurde logischerweise als Interpretationsgrundlage herangezogen und der Kampf gegen die bösen Mikroben im Bereich der Medizin und darüber hinaus (Desinfektion im Haushalt usw.) heldenhaft von der Menschheit übernommen. (Die Assoziation mit Don Quichote drängt sich hier einfach auf…) In den letzten Jahrzehnten wird allerdings die Bedeutung und Komplexizität der Lebensvorgänge auf der Erde zunehmend holistisch betrachtet und dadurch eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten für bewusste Symbiose in der Gesellschaft, mit der Natur und daher auch mit der Mikrobengesellschaft.

5)      Der menschliche Körper besteht aus etwa 60 bis 100 Billionen Zellen, jede Zelle trägt und beherbergt 10 – 100 Mikroben, allein im Verdauungstrakt befinden sich weit mehr Mikroorganismen als der ganze Körper Zellen hat.

6)      Um auch nur näherungsweise Gefühl und Verständnis für die Dynamik des Lebens auf der Erde zu entwickeln und zu vitalen und regenerationsfähigen Systemen des Zusammenlebens finden zu können, erscheint es mir notwendig und angebracht, unseren unsichtbaren ältesten Geschwistern auf diesem Planeten – den Mikroben – mit Achtung und Respekt ihren Lebensraum und ihre Aufgaben zu überlassen.

Durch ganz persönliche und sehr eindrucksvolle Erfahrungen kam ich gleich nach Abschluss meines Studiums mit der Homöopathie in Berührung und war so fasziniert von der für mich sehr schlüssigen Klugheit und Klarheit dieser Heilmethode, dass ich seit damals nie aufgehört habe zu lernen, Erfahrungen zu sammeln und diese Erfahrungen auch weiter zu geben. Etwa 10 Jahre später begann ich mein Repertoire an lebensstärkendem Wissen auszuweiten: Bachblüten und andere Blütenessenzen, dann Edelsteine und ihre Essenzen, auch die etwas handfesteren Möglichkeiten der Aromatherapie kamen hinzu. Den Grundstein für die intensive Beschäftigung mit natürlicher, vitaler Ernährung als Grundlage für Lebendigkeit und Regenerations-Fähigkeit hatte schon meine Mutter gelegt.

Seit vielen Jahren erfüllt es mich nun schon mit Freude und Zufriedenheit, andere Menschen mit diesen natürlichen Möglichkeiten ein Stück ihres Weges zu mehr Vitalität zu begleiten.

Im Laufe der Zeit machte ich (und einige Homöopathen, mit denen ich häufig Erfahrungen austausche ebenso) eine interessante Beobachtung: sorgfältig gemeinsam ausgewählte Arzneien brachten bei den meisten Menschen die Selbstregulation in Bewegung aber immer wieder waren einzelne Leute dabei, bei denen sich kaum etwas rührte. Lange grübelte ich darüber, bis mir irgendwann die Erklärung dafür ganz plötzlich in den Sinn kam. Alle Methoden, die die Selbstheilungskräfte, das heißt die Fähigkeit zur Regeneration eines Organismus anregen, setzen die Reaktionsfähigkeit der einzelnen Zellen dieses Organismus voraus. Wenn aber (als Folge langwieriger Krankheiten mit entsprechender Medikation und tief greifender Erschöpfung) der Organismus über keinerlei Energiereserven mehr verfügt und in den Zellen auch kein Werkzeug und Baumaterial in Form von Nährstoffen zur Regeneration mehr vorhanden ist, erzeugt der gut gewählte und gemeinte feinstoffliche Heilimpuls noch zusätzlichen Stress im System. Die Zelle möchte ja reagieren, kann aber nicht.

Diese Erkenntnis brachte für mich persönlich die logische Folge, mich noch intensiver mit der Ernährung bzw. mit orthomolekularen Nährstoffen zu beschäftigen, um die Mangelsituation in den Zellen zu beheben und damit die Reaktionsfähigkeit des Organismus zu regenerieren. Der gezielte und sehr genau abgestimmte Einsatz von Mikronährstoffen stärkt die Selbstregulation deutlich.

Und doch gab es immer noch unbefriedigende Erfahrungen. Bei vielen Menschen war nach wenigen Tagen eine deutliche Verbesserung ihrer Vitalität zu erkennen, immer wieder waren und sind aber einzelne Personen dabei, die wirklich viele Nährstoffe zu sich nehmen (dafür auch wirklich viel Geld aufwenden), bei denen aber die erwünschten Auswirkungen im Verhältnis zum Aufwand sehr gering sind. Zusätzlich fiel mir auf, dass solche Erfahrungen in der letzten Zeit immer häufiger wurden und werden.

Ein Blick auf die Entwicklung der Gesellschaft macht deutlich, was durch die immer größere Beschleunigung des alltäglichen Lebens und durch die Dynamik der Globalisierung, gepaart mit der von der Lebenswirklichkeit der Menschen vollkommen entkoppelten Dynamik der so genannten Finanzmärkte, in der Gesellschaft geschieht. Eigentlich sollte die Globalisierung Erweiterung und Freiheit bringen. Der gesellschaftliche Prozess, den wir erleben, bringt aber definitiv immer mehr Enge und Anspannung. Anspannung heißt wörtlich „Stress“ und Enge bedeutet Angst. Die ganze Gesellschaft befindet sich in ständiger Alarmbereitschaft. Die einzelnen Menschen leben ihren Alltag in dauernder Wachsamkeit und Fluchtbereitschaft, um ja keine drohende Gefahr zu übersehen, um ja nicht den Anschluss zu verpassen, um ja ein von der Gesellschaft anerkanntes wertvolles Mitglied dieser Gesellschaft zu sein. (Nur merkwürdig, dass genau das kaum jemandem bewusst ist, nämlich, dass jede einzelne Person zwangsläufig Teil der Gesellschaft und ihres Wertesystems sein muss, weil es ohne die einzelnen Personen ja gar keine Gesellschaft gäbe. Dass das Wertesystem von eben dieser Gesellschaft geschaffen wurde und wird, und auch nur von ihr verändert werden kann. Wenn wir Angst vor der Dynamik der Gesellschaft haben, ist das so, als ob sich der Ozean vor seinen eigenen Wellen fürchten würde. Es wäre sinnvoll, sich öffentlich damit auseinander zu setzen, wie einerseits die Impulse für gefährliche Wellenbildung entstehen, wie aber andererseits auch die sanften und lebensförderlichen Wasserbewegungen sich entwickeln. Wir befinden uns ja schließlich im selben Ozean.

Wenn Menschen sich immer mehr in die Enge getrieben fühlen, fluten immer tiefere, existentiellere Ängste an die Oberfläche, die Suche nach einem Ausweg wird immer hektischer, immer panischer, wie eine Art Kammerflimmern zwischen Flucht und Totstell-Reflex. Das heißt, der chronische Stress, der bei vielen Menschen über die Jahre wohl schon vorhanden, aber großteils noch ausgleichbar war, schaltet den Turbo zu und wird zunehmend unkontrollierbarer und damit bedrohlicher. So in etwa möchte ich beschreiben, was ich zurzeit erlebe.

Physiologisch bedeutet dieser Prozess Schwerstarbeit für die Nebenniere, weil wir dort Stresshormone produzieren, der ganze Organismus befindet sich mehr oder weniger permanent im Fluchtmodus. Das bedeutet: alle Sinnesorgane sind aufmerksam nach außen gerichtet, das Herz arbeitet auf Hochtouren, die Bronchien sind gut geöffnet, die Muskulatur ordentlich durchblutet, alles befindet sich in Alarmbereitschaft, um sofort rennen zu können, wenn der „Löwe“ kommt. Unser archaischer, intuitiv lebenserhaltender Anteil möchte davonlaufen und der Enge (=Angst) entkommen, aber die eigenen übergeordneten Kontrollinstanzen des Verstandes lassen das nicht zu, sie ziehen quasi die Handbremse. Mit Turbo und angezogener Handbremse unterwegs zu sein, ist ein durchaus Energie raubender Zustand. Und alles, was mit Regeneration, Nahrungsaufnahme und Verdauung, Zellstoffwechsel und Immunsystem (der inneren Wachsamkeit) zu tun hat, ist notwendigerweise ruhig gestellt. Wir setzen uns nicht gemütlich hin um entspannt zu essen, wenn wir ständig auf der Lauer liegen, ob nicht von irgendwo wieder ein „Löwe“ kommt. Es wäre dann auch äußerst hinderlich, mit Verdauung beschäftigt zu sein. Also wird der ganze Verdauungstrakt ruhig gestellt, bis wieder Ruhe einkehrt, die Gefahr vorüber ist. Was aber, wenn die Gefahr nie vorüber ist, weil uns in jeder ruhigen Minute die inneren Ängste und Sorgen überfallen?

Irgendwann beginnt sich dann die Mikrobengesellschaft in unserem Verdauungstrakt zu verändern. Die regenerativen Mikroben, die in einer intakten Flora für die Vor-Verdauung unserer Nahrung zuständig sind, die die verschiedensten Enzyme und Fermente (z.B. Coenzym Q10), Überträgerstoffe, Vitamine (z.B.Vitamin B12) und Ähnliches für uns erzeugen, die uns also das Werkzeug und das Baumaterial für den Stoffwechsel liefern sollten, genau diese Mikroben werden immer weniger – sie haben ja nichts zu tun. Wir bräuchten also immer mehr Nährstoffe, bekommen aber immer weniger. Und noch dazu beginnen sich die abbauenden Teile der Mikrobengesellschaft immer stärker zu vermehren, erzeugen Toxine durch Fäulnisprozesse, verändern die Durchlässigkeit und Struktur der Darmschleimhaut und beschleunigen damit immer stärker die Abbauprozesse des Organismus. Das ist im Sinne des Ganzen ein vollkommen natürlicher und sinnvoller Vorgang. Für den Organismus bedeutet es noch mehr Mangel und damit noch mehr Stress.

Nun ist es ja nicht so, dass mein Körper mir nicht jede Menge Hinweise gäbe, ich bin nur oft ein bisschen schwer von Begriff, weil ich ja auch gar keine Ruhe habe, mich mit den Hinweisen auseinander zu setzen. Oder ich lass mich darauf ein und das einzige Ergebnis ist Ratlosigkeit. Meistens nennen wir die Hinweise des Körpers  Krankheiten und suchen möglichst rasch kompetente Mitmenschen auf, um uns von ihnen zu befreien. Es gibt lustige aber nervenaufreibende Klingel-Töne für Handys, die werden immer lauter und dringlicher, wenn man nicht schnell drangeht. So ähnlich macht das meine Seele auch, die „Krankheiten“ werden immer lauter, immer unangenehmer, bis ich endlich stehen bleibe und mir anschaue, wovor ich eigentlich auf der Flucht bin.

Noch einmal zu den Hinweisen. Ihre Art und Weise hängt mit meinen ganz persönlichen Stressbewältigungs-Strategien zusammen. Wenn ich merke, dass mir die Energie ausgeht, hab ich grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Energiereserven ankurbeln oder Energiesparmodus einschalten, ersteres ist eher die männliche (Yang-), zweiteres die weibliche (Yin-) Strategie. Deshalb entwickeln mehr Männer Allergien und erhöhte Cholesterinwerte und Burnout und und mehr Frauen Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Schilddrüsen-Unterfunktionen und Depressionen. Das eine bedeutet: ich kämpfe bis zum Umfallen (um meine Nachkommen zu schützen), das andere: ich reduziere meinen Energieverbrauch auf ein Minimum, um möglichst lange zu überleben (um weiterhin für meine Nachkommen sorgen zu können). Das eine bedeutet unter Umständen den physischen Tod, das andere eine Art lebendigen Tod, weil ich im Energiesparmodus nie mein volles Potential leben kann. Manche Menschen wählen auch mehr oder weniger deutlich eine „sowohl als auch“ Strategie, indem sie zwischen den Möglichkeiten hin und her springen.

Ich bin also so intensiv mit diesen Überlebensstrategien beschäftigt, dass ich gar nicht auf die Idee komme, die Gefahr selbst zu hinterfragen. Vielleicht braucht es nur eine veränderte Interpretation. Das wird möglich, wenn ich grundsätzlich das Leben nicht als Kampf und den Löwen nicht als Feind verstehe. Wenn ich dem Leben eine neue Überschrift gebe, dass nämlich die Natur prinzipiell das gute Leben für alle vorgesehen hat und jeder Mensch das persönlich gute Leben, bzw. den passenden Weg dorthin finden will, dann könnte der Löwe einfach der Freund sein, der mir zeigt wo ich besser nicht weitergehen sollte, weil es für mich persönlich eben nicht passt.

Wenn ich allerdings völlig ausgebrannt bin, keine Nährstoffe und keine Energiereserven mehr zur Verfügung habe, dann kann mein Körper den Stresshormonspiegel nicht reduzieren, dann kann ich keinen Ausweg finden, dann fehlt mir auch aus reinen Überlebensgründen die Möglichkeit zur Selbstreflexion. Und damit sind wir wieder am Anfang der Geschichte angelangt und alles steht plötzlich in einem ganz und gar logischen Zusammenhang.

Aus diesem Zusammenhang heraus ergibt sich genau so logisch die sinnvollste Reihenfolge von lebensfördernden Maßnahmen:

 

1)     Zuerst sollten wir den Verdauungstrakt durchkehren und putzen. Das geht am besten mit Heilerde, Zeolith oder Birkenkohle. Giftstoffe aus dem Darm werden durch sie gebunden und abtransportiert.

 

2)     Parallel dazu ist es notwendig, eine physiologisch ausgewogene Darmflora wieder her zu stellen. Dafür gibt es glücklicherweise schon sehr viele wirklich gute Möglichkeiten, von denen man die individuell sympathischste auswählen kann.

 

3)     Erst an dieser Stelle wird es sinnvoll und notwendig, mit gut zusammengestellten orthomolekularen Nährstoffen die Mängel im Organismus auszugleichen, wenn der Körper mit Hilfe der Mikroorganismen langsam wieder lernt, Nährstoffe aufzunehmen. Gleichzeitig wird eine vollwertige, vitalstoffreiche Ernährung sinnvoll und verträglich. Solange Nährstoffe aus dem Verdauungstrakt nicht aufgenommen werden können, machen uns das tollste Essen und die teuersten Nahrungsergänzungen oft hauptsächlich Probleme – wir können ja nichts damit anfangen! Ebenso sind aktive Entgiftungsmaßnahmen mit verschiedenen Pflanzen und Basenpulver oder Kapseln erst ab hier sinnvoll, weil Entgiftung für den Organismus ebenfalls schwere Arbeit bedeutet und deshalb ebenso viel Energie und Werkzeuge braucht.

 

4) Fühle ich mich dann durch diese Maßnahmen wieder lebendiger, sind meine Zellen wieder reaktionsbereit, dann sind alle Wege, mit denen ich den Fluchtgründen in meinem Unterbewusstsein auf die Spur kommen kann, meine persönlichen Königswege. Wie ein Detektiv auf meiner eigenen Spur, mit der oder den Methoden, die meinem Herzen am nächsten sind, von einer Selbsterkenntnis zur nächsten. Das fühlt sich an wie eine spannende Schatzsuche. Irgendwann habe ich dann meine ganz persönlichen „Löwen“ kennen gelernt und begriffen, dass sie mir die ganze Zeit nur den Weg weisen wollten. Aber alles braucht seine Zeit. Wenn ich mich auf dieser Reise zu mir selbst wieder hetze, unter Druck setze und überfordere, dann hatte ich vielleicht den einen oder anderen besonders gut getarnten „Löwen“ noch nicht entdeckt!

 

Ihr Lieben alle!
Alles neu macht der Mai - oder doch nicht?

Zu dieser Frage ein paar Gedankenblitzlichter:

Manchmal hat man so das Gefühl, es ändert sich gar nichts. Je dringender jemand Veränderungen ersehnt und auf sie hin arbeitet, desto ätzender fühlt sich das an. Aber nun einmal ganz abgesehen davon, dass wir uns zwischendurch mit genau der selben Hingabe auch ausruhen sollten - viele Menschen fürchten sich vor nichts mehr, als vor ungewissen Veränderungen. Also sachte, sachte!

Außerdem gibt es da die Geschichte mit den halb vollen oder halb leeren Gläsern...

Also hängt die Interpretation des Wahrgenommenen immer von der Betrachtungsweise und von der Zielvorstellung ab: möchte ich mein Getränk möglichst lange genießen oder soll das Glas schnell geleert werden, weil ich gerade abwaschen gehen will...

Und wie immer können wir, wenn wir wollen, in der Natur Beispiele finden, die uns den gesellschaftlichen Veränderungsprozess verständlicher machen.
Meine besten Lehrmeister diesbezüglich sind die Mikroorganismen, genauer gesagt die Mikroorganismengesellschaft.

Sie setzt sich im Wesentlichen aus drei Gruppen zusammen, zwei kleinen und einer großen Gruppe.

Die große Gruppe, und das ist tatsächlich der weitaus größte Teil der Mikroben-Gesellschaft, lebt ganz unspektakulär vor sich hin, erfüllt der inneren Uhr gehorchend die anstehenden Lebensaufgaben, ist also ganz maßgeblich für das alltägliche Funktionieren der Gesellschaft verantwortlich.

Die eine kleine Mikrobengruppe ist abbauend und destruktiv: sie ist zuständig für den Abbau von veralteten Strukturen (alte Häuser werden abgerissen) oder die Zerstörung krankmachender Tendenzen (Antibiose, Terrorbekämpfung, Krieg), das Ziel ist allerdings sehr radikal und energieintensiv: wenn alles zerstört ist, kann/muß man von Null weg anfangen, wieder eine neue stabile Gesellschaftsform aufzubauen.

Der zweite kleine Teil der Mikrobengesellschaft ist umbauend und konstruktiv: veraltete Strukturen werden entsprechend den Bedürfnissen der Gesellschaft umgebaut (alte Häuser werden umgestaltet und revitalisiert), krankmachende Tendenzen werden klar identifiziert und durch das Verbessern der Lebensbedingungen, durch das Aufbauen von lebensförderlichen Strukturen, die Selbstheilungs- und -regulationskräfte der Gesellschaft gezielt gestärkt. (Die "Gesellschaft" kann jede Art von Organismus sein... ). Das bedeutet, dieser Weg ist deutlich energieeffizienter und sanfter, aber auch komplexer und integrativer - und dadurch scheinbar langsamer und nicht so leicht zu durchschauen.

Beide Wege sind einfach Wege, grundsätzlich zur Kenntnis zu nehmen und nicht zu bewerten. Welchen Weg eine Gesellschaft letztlich in einer Umbruchssituation wählt, hängt davon ab, welche der beiden kleinen Mikrobengruppen die Richtung weist. Es ist oft ein sehr langer Prozess, bis sich herauskristallisiert, welcher Weg für einen konkreten Organismus, eine konkrete Gesellschaft, zu einem bestimmten Zeitpunkt der passendere ist - aus Sicht des Lebens ist es egal.

Wenn die Richtung klar ist - und Vieles deutet darauf hin, dass wir uns als Erde diesem Punkt immer schneller annähern - dann wird es effektiv: dann packen nämlich alle Individuen mit an, alle bauen dann ab oder zerstören das Alte, um nachfolgend alles neu aufzubauen, oder sie gestalten um und schaffen lebensförderliche Strukturen auf dem Boden des Vorhandenen.

Eine Handvoll liebevolle und kluge regenerative Mikroorganismen so wie Du und ich, wird die Richtungsentscheidung bewirken. Deshalb haben wir aber auch die Verantwortung, mit uns selber liebevoll und klug zu sein. Wichtiger als das ständige Tun ist das liebevolle Fühlen und Denken - ich glaube fest an uns und daran, dass wir reif sind, für notwendige Veränderungen Liebe und Licht als Werkzeug zum Frieden einzusetzen.

Mit diesem Schluss-Satz bin ich unbeabsichtigt haarscharf beim Selbstverständnis unserer Gemeinschaft angekommen:

Lebenswerkstätten Stainz,

Gemeinschaft für sinnvolle Lebensgestaltung, Frieden und Entwicklung!

In diesem Sinne
Von liebevollem Herzen zu liebevollen Herzen

Ursula

 

 

 

 

 

Ihr Lieben alle!

Wenn wir aus unseren Kleidern rauswachsen - in welche Richtung und aus welchem Grund auch immer - dann gehen wir für gewöhnlich auf die Suche nach passenden neuen Gewändern. Wir sind zur Zeit in unserem Lebensraum daran gewöhnt, in ein Kleidungsgeschäft zu gehen und dort etwas Fertiges zu kaufen.

Was aber tun, wenn gewohnte persönliche oder gesellschaftliche Ordnungen unpassend werden? Neue Gesellschafts-ordnungen gibt es nicht so einfach von der Stange, also von irgendjemandem vorgefertigt, im Fachhandel für menschlices Zusammenleben oder so ähnlich!

Wenn die Zeit reif ist für große Veränderungen, das heißt, wenn die geltenden Strukturen für immer mehr Individuen einer Gesellschaft unpassend werden, beginnt ein spannender dynamischer Prozess. Am meisten fasziniert mich dabei die innere Choreographie dieser Umwandlung. Scheinbar völlig willkürlich und plötzlich realisieren einzelne Individuen, über die ganze Erde verstreut, dass es Zeit ist zur Metamorphose: zur Verwandlung in eine neue Seins-Struktur (Gestalt) auf einer neuen Wirklichkeitsebene.

Ich stell mir jetzt einfach vor, die Menschheit ist eine Gesellschaft von Raupen. Oder besser gesagt, war eine solche, wir werden sehen, warum das jetzt anders ist...

Zu der Zeit, da in der Raupenwelt alle Mitglieder der Gesellschaft kleine Raupen waren, da war das Leben in dieser ihrer Welt einfach und verständlich. Alle erlebten ihr Leben aus dem selben Raupen-Blickwinkel, alles, was sie erlebten, bedeutete für sie logischerweise das wirklche Leben.

Im Laufe ihrer Entwicklung wurden die Raupen immer größer und gefräßiger, lauter Raupen Nimmersatt, die in ihrer Umgebung alles kahl frassen, was sie finden konnten. Es gab in der Gesellschaft der Raupen viele verschiedene Arten: Größe, Gestalt, Farbe und Entwicklungsgeschwindigkeit waren bei jeder Art unterschiedlich. Irgendwann verspürten die ersten Raupen in sich den drängenden, unaufschiebbaren Impuls, sich zu verpuppen. Sie sponnen sich in einen Kokon ein, um in seinem unauffälligen, nichtssagenden Inneren ihre alte Struktur aufzulösen und neue Gestalt anzunehmen.

Für die anderen Raupen war das ganz seltsam, die konnten sich überhaupt nicht vorstellen, was da geschah und es gab auch keine Möglichkeit der Kommunikation. Diese merkwürdigen Puppen hingen da einfach an irgendwelchen Zweigen herum, waren also sichtbar vorhanden, nahmen aber in dieser Form nicht mehr an der verständlichen Raupenwelt teil. Solche versponnenen Spinner!

Der unfaßbare Wandel, der sich da im Inneren des Kokons vollzog, begann ganz sachte im Laufe der Entwicklung der Puppen immer öfter schemenhaft durch die dünner werdenden Hüllen zu schimmern. Viele Raupen wurden neugierig - wohl auch, weil eine Ahnung in ihnen war, dass das, was da vor ihren Augen geschah, vielleicht doch auch  irgendetwas mit ihnen selbst zu tun haben könnte. Sie beobachteten die Puppen immer aufmerksamer. Irgendwann ereignete sich dann etwas völlig Unbegreifliches: aus dem Inneren einer Puppe arbeitete sich ein neues, wunderschönes, fremdes Wesen ans Licht der Welt. Das Wesen, nennen wir es Schmetterling, breitete vorsichtig ganz zarte Flügel aus, ließ sie in der Sonne trocknen und flog davon! Und dasselbe Schauspiel vollzog sich immer öfter. Immer mehr Raupen begannen sich ihrerseits zu verpuppen. Jetzt konnten zwar die verbliebenen Raupen miteinander kommunizieren und ebenso die neugeborenen Schmetterlinge, aber in dieser Gesellschaft des Wandels herrschte gewaltige Verwirrung! Die Schmetterlinge zeigten den Raupen, wie herrlich es war, durch die Weite des Himmels zu fliegen und wollten sie dazu ermutigen, es ihnen gleich zu tun. Aber das ging natürlich nicht, die Raupen konnten ja nicht einmal verstehen, was die Schmetterlinge ihnen mitteilen wollten. Die vielen Puppen, die inzwischen die Welt bevölkerten, waren überhaupt nicht erreichbar, es war mit einem Wort eine Zeit von großem Durcheinander, Sprachlosigkeit, Angst, Orientierungslosigkeit, Ohnmacht,...

Doch irgendwann, meine Lieben, waren alle Raupen Schmetterlinge geworden, und in der Welt der Schmetterlinge war das Leben auf eine neue, aufregend lebendige Weise wieder ganz einfach und verständlich!

Für heute genug. Von Herz zu Herz

Ursula

 
Die Eiche
 
Der Wesenskern der Eiche ist Stärke.
Ohne Richtung, ohne Zweck, als Grund ihres Seins.
 
Diese Stärke schenkt sie den Ohnmächtigen,
damit sie lernen, ihre Macht leben zu können.
 
Sie läßt die Übermächtigen die Kraft finden,
sich zurück zu nehmen
und auch andere tun zu lassen.
 
Sie begleitet die Helfer in die Gelassenheit,
die es ihnen ermöglicht,
die ihnen Anvertrauten liebevoll und achtsam zu begleiten,
und sie selbst wachsen zu lassen.
 
Und sie trägt die Opferbereiten
wenn sie sich verschenken,
damit sie sich dabei niemals verlieren.
 
Sie löst die Verkrampfung
der Stärke um jeden Preis,
stärkt den Respekt vor den Grenzen
der Belastbarkeit,
eröffnet uns starke neue Wege
aus der Getrenntheit.
 
Ihre Stärke gibt uns Mut,
Urvertrauen wieder zu finden,
eine tiefe Verbundenheit
mit der herrlichen, unbegrenzten Vielfalt
alles Lebendigen.
 
Solcherart grundlegende Stärke
läßt mich träumen
von der vollkommenen Verschmelzung
des Weiblichen mit dem Männlichen,
des Männlichen mit dem Weiblichen.
In bedingungslos liebender Ebenbürtigkeit.